5 Tage durch die Silvretta
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Gesamtübersicht zur Tour
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Gesamtdauer 5 Tage Schwierigkeit T3 -4 Distanz Höchster Punkt 2602 m Aufstieg in m Abstieg in m Autor Jan Gerbermann Gewandert am 21.09.2004
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Klosters - Madrisa Bergbahn kostenlos Rätschen Joch (2602 m), Gafier Joch (2415 m), Valxifenxer Joch (2485 m), Vergaldner Joch (2511 m), Mittelberg Joch (2414 m), Carnaira Joch (2489 m) Abbruch der Tour :
Details zur Tour
| 1. Tag : |
Klosters - Madrisa - Ober Säss Alm (2158 m) - Rätschenjoch (2602 m) - Gafierjoch (2415 m) |
Endlich war es wieder mal soweit , nach nun mehr als 2 Jahren wohnen in der Schweiz steht die erste grosse Bergtour an.
Am Morgen des 21.9.04 geht es gegen 10 Uhr los ins Bündner Land nach Klosters .So gegen 12 Uhr sind wir da bei halb gutem Wetter , naja es regnet halt nicht und das ist dann ja schon mal ziemlich gut .Am Parkplatz der Bahnstation machen wir nochmal einen letzten Ausrüstungs Check und begebens uns dann Schnur Stracks , genau zu Seilbahn .
Weil wir ja auch nicht mehr die jüngsten sind fahren wir das erste Stückchen , die läpischen 700 Höhenmeter mit der Madriser Bahn .An der Bergstation angekommen stehen wir drei voll in der Nebelbrühe .Sichtweite ca. 20 m , aber das ist halb so schlimm denn unser Super Fährtenhund ist Akira ist ja mit von der Partie und seine Nase funktioniert auch bei dichtestem Nebel sowie Schneetreiben wie sich einige Tage später noch heraus stellen sollte
Also Akira geht vor und wir beide dackeln hinterher es geht über Almgelände langsam stetig Bergauf und ich bin jetzt schon froh das die Sonne nicht scheint denn sonst wäre wohl schon jetzt ein Kleiderwechsel angebracht .
Nach einigen kleine Missverständnissen mit dem Weg geht es hinter der Ober Säss Alm ( 2158 m ) dann erstmals etwas Steiler nach oben wir folgen dem Weg und kommen so langsam aus den Wolken heraus und können schon ein paar Meter weiter schauen und sehen dann als es aufeinmal richtig auf reist die umliegenden Berge und das wir auch schon recht weit gekommen sind .Wir befinden uns schon auf einer Hochebene im Talende und sehen denn Aufstiegr hoch zum Rätchenjoch ( 2602 m ) .Oben angekommen gönnen wir uns eine kleine Pause und stäken uns ein wenig . als es sich dann wieder zusieht brechen wir auf und steigen durch eine ganz weisse felsige landschaft ab , aus der ferne sah es aus wir ein riesiger Gletscherbruch . Wir steigen ca. 300 Höhenmeter ab um dann nochmals hoch zum Grafierjoch (2415 m ) zu gehen . Oben bläst uns ein starker eisiger Wind entgegen so das wir sofort auf der andernen Seite wieder absteigen und befinden uns nun bei den Schlüchtis ( Oesis ) . Etwas unter halb des Jochs machen wir eine Lagebesprechung und halten ausschau nach einem guten Schlafplatz .Wir steigen weiter ab und gehen dann ein paar Meter Querfeldein zu einem kleinen Bachlauf in einem grossen Geröllfeld welches immer wieder begrünte Flächen zum Zelt aufschlgen bereit hält . Nach kurzer suche ist der erste Schlafplatz ausgemacht und wir schlagen unser Lager auf ( 2150 m ).Akira wird von seinem Rucksack befreit und macht erst mal ein paar Luftsprünger bevor er die Gegend erkundigt und sofor das nahe gelegene Schneefeld entdeckt und uns zum spielen auf fordert . Nach reichlich Schneeball werfen gehen wir zurück zum Lager und bauen das Zelt auf und richten uns ein .Dannach begebe ich mich ans Essen machen . Es gibt Nudeln mit Pilz Sosse .Wir drei geniesen noch einwenig den Abend und ziehen und dann in unser Gemach zurück nachdem es dann rasch Dunkel geworden ist . Nach gutem zu reden und einigem schieben mit den Füssen haben wir Akira seinen Platz im Zelt zugewiesen .
| 2. Tag : |
Am nächsten Morgen ist herlichster sonnenschein angesagt . Nach einem ausgibigen Frühstück vor wunderbarer Bergkulisse packen wir langsam all unsere Sachen zusammen und gehen weiter Talwärts einem kleinen Bachlauf folgend zum Gandasee wo wir erstaunterweise auf einige so 5-6 Menschen treffen .Wir steigen bei immer wärmer werdendem sonnenschein weiter ab bis hinunter auf 1750 m ins Valixfen Tal und gehen dort über eine Forststrasse recht gemütlich langsam wieder Bergauf . Das Wetter ist super die Sonne brennt von oben herab und wir laufen in kurzen Hosen und T-Shirt das Winter Tal hinauf in Richtung Valxifenxer Joch ( 2485 m ) , dann so nach ca. 1,5 Std wird das Wetter extrem schnell schlechter und es ziehen dunkle Wolken herauf und es ist nix mehr mit kurzen Hosen und T-Shirt , ,jetzt ist Flecce und Gore-Tex angesagt . Oben im Joch angekommem weht schon ein eisiger Wind und wir steigen sofort auf der anderen seite einige Meter ab . Nach einigem hin und her , Ich will noch weiter gehen bis zur Tübinger Hütte so ca. 3 Std. um meinen Bierdurst zu löschen und Rafael meint wir sollten lieber hier in der nähe den nächsten Schlafplatz auf suchen . Ich willige ein was sich dann hinterher auch als absoluter Glücksgriff wegen dem super Biwakplatz und hervorragendem Essen , Bluebeerys im überfluss und Notwendigkeit herausstellte und so steigen wir wieder ein paar Meter Querbeet ab zu einem Plataeu mit kleinem Bachlauf und jede Menge Blaubeer Sträuchern . Schnell ist ein Schlafplatz ausgemacht und wir bedienen uns an den reichhaltigen Früchten .
Als es dann anfängt zu schneien bauen wir fluchs unser Zelt auf und bauen noch ganz schnell aus einer Plane ein und ein paar Lekis und Schnürren einen super Unterstand . Rasch gehen wir noch ein paar alte vertrocknete Blaubeersträucher sammelen und finden hier oben auf ca 2300 m noch ein paar Stöcke und machen damit etwa 2-3 Std lang ein richtig schönes Feuerchen . Der schneefall ist dann leider wieder in regen um geschlagen .
Nach einem leckeren Abendessen , es gab Reisspfanne und Zwiebelsuppe gingen wir drei dann müde und zufrieden ins Bett nachdem uns das Feuerholz dann zuende ging .
| 3. Tag : |
Als wir am Morgen erwachten war es recht ungemütlich , das Wetter konnte sich nicht so recht entscheiden zwischen Regen Schnee und Sturm oder alles zugleich . Wir Frühstückten zunächst in aller Ruhe und bauten dann im strömenden Regen unser Zelt ab und gingen querbeet zurück in Richtung Weg . Dort angekommen versuchten wir uns zu Orientieren und eine Marschroute in Richtung Tübinger Hütte zufinden . Wir einigten uns auf die kürzeste Strecke gerade Wegs nach oben . Es ging über Wiesen und Schotterfelder recht Steil Bergauf wobei wir uns nach kurzer Zeit wieder voll und ganz auf Akira verlassen haben das er uns schon den Rechten Weg zeigen wird was er auch diesmal wieder hervorragend gemacht hat . Nach ca. 1,5 Std und 500 Höhenmeter trafen wir unter halb des Vergaldner Joch ( 2511 m ) wieder auf den Wanderweg . Es regenete immer stärker und die Sicht war gleich null , wir waren mitten in den tief hängenden Wolken .
Oben im Joch angekommen waren die Wolken kurz mal weck und man hatte frei Sicht auf die umliegenden Silvretta Gipfel und den Weg den wir noch vor uns hatten , er verlief anfangs recht Steil abwärts und sehr ausgesetzt so das ich Akira an die Leine nahm nach dem er in meinen Augen etwas halsbrecherich die ersten 50 m nach unten gestürmt ist . Als es dann wieder Flacher wurde befreite ich ihn wieder von der lästigen Leine und wir gingen am oberen Rand eines Talkessels gute 20 min . mit Teilweise recht schönen Aussichten zum Mittelberg Joch ( 2414 m ) .
Dort trafen wir auf ein Pärchen was voll begeistert von Akira und seinem Rucksack war . Nach einem kurzen plausch gingen wir übers Joch abwärts zur Tübingen Hütte die wir vom Joch aus immer im Blick hatten . Es ging durch zwei Geröllfelder von gigantischem Ausmass und wieder einmal konnten wir uns blindlings auf unsere Spürnase verlassen .
So 3 Km vor der Hütte stiessen wir auf eine stark verfallene Alp wo Rafael sofor einziehen wollte aber diesmal setzte Ich mich durch und versprach ihm ein lecker Abendessen und Bierchen in der Hütte und davon lies er sich dann doch überzeugen .
Triefend Nass kammen wir in der Hütte an die sich schon auf den Winter vorbereiteten . Wir konnten uns im Winterraum ausbreiten und unsere Sachen trockenen . Wir unter hielten uns mit dem Koch , den das ist immer gut sich mit dem gut zustellen , denn dann sind die Portionen meisten noch etwas grösser . Wir bestellen etliche Biere und leckeren Eintopf und zum Abschluss gab es dann noch einen Super Kaiserschmarrn .
Recht voll gefressen gingen wir dann am Abend in unseren Winterraum und machten noch mal den Ofen an und besprachen den nächsten Tag bei einer TasseTee
Gegen 23 Uhr ging Ich dann mit Akira noch schnell eine Pipirunde und dannach ab ins Bett . Wir hatten Platz ohne Ende im Matratzenlager . So 10 m Platz für uns 3 .
| 4. Tag : |
Als ich am morgen wach wurde traute ich meinen Augen nicht . Ich dachte ich träume draussen war alles fett weiss . Ich machte mich auf zur ersten Schnee Begegnung dieses Jahr . Akira konnte es gar nicht abwarten das ich ihn heraus lasse . Er stürmte sofort los und genoss den Neuschnee und drehte voller freude ein paar vollgas runden um die Hütte .Nach ein paar Minuten ging ich wieder in die Hütte und schmiss Raphael aus dem Bett .
Nach einem ausgibigen Frühstück packten wir unsere Sachen und erfragten noch die neuesten Wettermeldungen beim Hüttenwirt ab und sagten ihm welche Richtung wir einschlagen .Wir gingen dann in dichten Schneetreiben den Weg vom Vortag erstmal ein paar Meter zurück und mussten wieder durch dieses Steinlawinen Geröllfeld wo uns Akira wieder einmal spitzten mässig den Weg durch zeigte , allerdings ohne Rucksack ,weil er irgendwie nicht den Richtigen Gripp auf den verschneiten Felsen fand .Wir stiegen hoch bis ins Carnairajoch ( 2489 m ) und stiesen auf eine alte Zollhütte die noch ganz gut in Schuss war . Wir beschlossen hier zubleiben und richteten uns in der Hütte ein . Wir mussten erstmal ein wenig Platz schaffen aber dann ging es und es war richtig gemühtlich drinnen wärend draussen der Sturm tobte . Wir machten in einer Ecke der Hütte wo schon soetwas wie ein Kamin war ein Feuerchen und trockneten unser Sachen . Das Wetter wollte nicht besser werden und so verbrachten wir fast den ganzen Tag in der Hütte .Erst am späten Nachmittag lockerte es mal für eine knappe Stunde auf und wir konnten draussen etwas unternehmen und mit Akira spielen . Es lagen schon gut 50-60 cm Schnee .Schnell wurde es draussen wieder ungemühtlich und wir verzogen uns in unsere Hütte und dichteten sogut es ging unseren Schlafraum mit der Zeltplane ab damit der Wind nicht so doll reinpfeifft .Der Sturm wurde dann über Nacht immer heftiger .
| 5. Tag : |
Und am nächsten Morgen lag in der Hütte ,da wo die Feuerstelle war 20 cm Schnee und an den Scheiben hatte es dicke Eisplatten .
Rasch brachen wir auf um in Bewegung zu kommen und Raphael hatte stierische Zahnschmerzen und deshalb stiegen wir recht zügig ins Tal ab .Wir marschierten bei strömendem Regen ca. 8 km Bergab bis zur Seilbahnstation wo das Auto stand .
Selten hatten wir so viel verschiedenes Wetter auf einer Tour und so wenig Fernsicht , aber nichts des so trotz war es wieder einmal eine super Zeit.
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Tübinger Hütte (A) (siehe Grenznahe Hütten) Alte Zollhütte (siehe Alternative Unterkünfte GR)
Oberhalb vom Gandasee, unterhalb Valxifenxere Joch Karten : Prättigau 248, Tarasp 249, je 1:50'000

